Die kleine Träne

Als Gott durch seine Wolke sah,
war ich dem Himmel schon ganz nah.
Es fehlten nur noch ein paar Stunden,
dann hat die Stille mich gefunden.

Die kleine Träne, die ich weinte
bei meinem Abschied. Sie vereinte
all die Liebe und den Schmerz.
Sie wohnten tief in meinem Herz.

Ich konnt‘ nicht bleiben hier auf Erden,
aus meinen Tränen Sterne werden.
Die Zeit spielt keine Rolle mehr
im sternenklaren Tränenmeer.

Die kleine Träne – ein Kristall
fliegt hoch mit mir hinauf ins All.
Von dort aus sende ich mein Licht,
das sich im Regenbogen bricht.

Du kannst das Licht am Himmel sehen
und ein sanfter Wind wird wehen.
Ich werd‘ dir Tränentropfen senden,
denn meine Liebe wird nie enden.

© Birgit Kordelle, 28.02.2020

Schmerz

Tut dir mal wieder etwas weh –
freu‘ dich an dem, was heil ist
und wisse, dass der tiefe Schmerz
doch nur ein kleiner Teil ist
vom großen Ganzen, das du bist.
Versuch das zu verstehen:
Der Schmerz bezweckt, dass du vergisst
zu atmen und zu sehen.
Drum lass dich nicht gefangen nehmen.
Atme tief und fühl‘ dich frei.
Versuche so, den Schmerz zu zähmen,
indem du sagst: Er geht vorbei!

© Birgit Kordelle
Mai 2017

Angst

Angst darf da sein, Angst kann kommen,
macht dich reglos und beklommen,
nimmt den Atem, drückt auf’s Herz,
macht dich eng, verstärkt den Schmerz.

Nimm sie an und sage: Ja,
liebe Angst, nun bist du da.
Hör sie an und lass sie sein,
schaue tief in dich hinein.
Höre dich dann leise fragen:
Was will diese Angst mir sagen?

Angst darf Gast sein und dann gehen,
wenn du lernst, sie zu verstehen.
Liebe dich für deine Angst,
dafür, dass du um dich bangst.

Lass den Gefühlen ihre Zeit
und aus der Angst wird Achtsamkeit.

© Birgit Kordelle
März 2017

Lass es zu

Lass es zu

Lass dir nicht die Zeit stehlen
und dich nicht vom Neid quälen.
Höre auf, dich zu vergleichen
mit den Schönen und den Reichen.

Lass dich nicht von andren leiten,
erkenn‘ dein eig’nes ICH beizeiten.
Hör‘ statt dessen auf dein Herz.
Das erspart dir manchen Schmerz.

Schau der Wahrheit ins Gesicht,
auch wenn „deine Welt“ zerbricht.
Schiebe nie die Schuld von dir.
Die Lösung liegt im Jetzt und hier.

Lass es zu, dass and’re reden
über dich und über jeden.
Sei mit der Welt und dir im Reinen,
lass Gedanken sich vereinen.

Lass das Gute in dein Leben,
hör auf nach Reichtum nur zu streben.
Nur innerer Reichtum bringt dir Ruh.
Lass dich drauf ein und lass es zu.

© Birgit Kordelle Juli 2016

Sehnsucht

Und ich trag deine Seele
durch das Meer meiner Tränen –
bis hinauf in den Himmel,
nach dem wir uns so sehnen.

Und ich hör‘ deine Stimme,
sie strömt in mein Herz-
legt sich sanft in mein Ohr
spricht von Sehnsucht und Schmerz.

Und ich seh‘ deine Augen
voll Wärme und Licht,
fühl‘ das zarte Verlangen
weiß, dass es nie zerbricht.

Und ich ruf‘ deinen Namen
in die Stille der Nacht.
Das Band zwischen uns
ist mächtig und sacht.

Und ich spür‘ deine Liebe
durch den Fluss der Gedanken-
bis er anschwillt zum Strom
und zerbricht alle Schranken.

Sehnsucht ist Wehmut
und Wehmut tut weh.
Steh‘ zu deinen Gefühlen
steh auf und geh !!!!!!

© Birgit Kordelle August 2010