In Gedanken

in Gedanken gehüllt,
das Denken zerknüllt,
seh‘ ich viele Leute
gestern und heute.

Sie träumen und lassen
sich treiben und passen
nicht auf was passiert,
sind im Tiefschlaf versiert.

Sie verschlafen ihr Leben
von Wundern umgeben,
verpassen zu schauen,
der Welt zu vertrauen.

Wach auf und sieh hin,
sage: Ich bin
wach und präsent
in diesem Moment.

© Birgit Kordelle, September 2018

Frag‘ die Blume am Wegesrand

Das Feld ist längst schon abgemäht,
doch heut‘ hab ich wieder den Mohn erspäht.
Er ist nach der Ernte auferstanden
mit all‘ seinen Kindern und seinen Verwandten.

Auch wenn ein Eiswind über dich weht –
Steh‘ wieder auf, so gut es nur geht,
fühl‘ deine Stärke und spür‘ deine Kraft!
Frag‘ die Blume am Wegesrand, wie sie es schafft.

© Birgit Kordelle, Juli 2018

Der bunte Sommer

Das Gerstenfeld ist abgemäht –
Ich frag mich: ist es schon so spät?
Die zweite Jahreshälfte hat
begonnen. Die Natur ist satt.

Hast du dich selbst schon satt gesehen
und begonnen mit dem Mähen,
bevor der bunte Sommer geht –
Wach auf, es ist noch nicht zu spät.

© Birgit Kordelle, Juni 2018

Der Rabe

Der Rabe ist so schwarz wie Pech,
doch bringt er dieses nicht.
Er ist nur laut und ganz schön frech,
hält das für seine Pflicht.

Doch bist DU laut und ziemlich frech,
dann kannst du darauf warten,
dann hast du vielleicht wirklich Pech.
Der Rabe lacht im Garten.

© Birgit Kordelle, Juni 2018

Das Wort

Mal ist es Balsam und mal tut es weh,
mal tobt die Brandung und mal ruht die See.

Finde in dir deine innere Ruh‘
und hör‘ jedem Wort mit Gelassenheit zu..

Dann spürst du die Stille nach jedem Wort
und fühlst dich zu Hause an jedem Ort.

Dein innerer Frieden sei dein Zuhaus!
Geh‘ in den Tag und probiere es aus.

© Birgit Kordelle, Juni 2018

Erinnerung

Manchmal seh‘ ich in fremden Leuten
die, die längst verstorben sind.
Ich frag, was hat das zu bedeuten-
und fühl‘ mich wieder wie als Kind.

Ich möchte diesen Menschen danken
fühl‘ all die Liebe und das Licht,
seh‘ Dinge, die im Nichts versanken-
aber leider geht das nicht.

Doch vielleicht geh‘n die Gedanken
voll Mitgefühl und Dankbarkeit
hinüber über alle Schranken
und überdauern alle Zeit?

© Birgit Kordelle, Juni 2018

Die coole Karre

Wenn du ’ne coole Karre fährst,
dann denkst du dir vielleicht:
Ich bin ein wirklich krasser Typ
und habe viel erreicht.

Wenn du ’ne coole Karre fährst
und jeder blöde gafft,
denkst du: Ich bin im Himmelreich
und habe es geschafft.

Dabei vergisst du ganz und gar:
Das Auto ist ’ne Hülle
und nur in DEINEM Inneren
entsteht die echte Fülle.

© Birgit Kordelle, Juni 2018

Schmetterling

Schmetterling und Kranich fliegen,
doch ich bleibe heute liegen,
schau der Welt beim Fliegen zu,
werde still, genieß‘ die Ruh‘.

Autos rasen, Fahnen wehen,
doch ich bleibe heut‘ mal stehen,
schau mich um und denke bloß:
Was ist eigentlich hier los?

Menschen hetzen, Kinder flitzen,
doch ich bleibe heute sitzen,
atme tief und werde still,
frage mich, was ich wohl will?

Ab und zu in Stille baden
kann doch wirklich niemand schaden.
Dann nach dieser kleinen Rast,
wenn du dich besonnen hast –

Stehe, gehe, flieg und sing
und fühl‘ dich wie ein Schmetterling.

© Birgit Kordelle, Juni 2018