Weihnachtszeit – Familienstreit

Familien sind oft entzweit,
die Gründe meist ganz unerheblich.
Es herrschen Frust und Einsamkeit,
der kleinste Schritt scheint oft vergeblich.

An Weihnachten wird dann versucht,
so vieles nachzuholen.
Die liebe Sippe wird besucht,
man sitzt dort wie auf Kohlen.

Viel Höflichkeit statt Herzlichkeit,
manch‘ Lächeln wirkt erzwungen.
Und doch wird in der stillen Zeit
von Lieb‘ und Freud‘ gesungen.

Geschenke werden ausgetauscht,
die nicht von Herzen kommen.
Die Freude wirkt so aufgebauscht,
die Stimmung ist beklommen.

Anstatt zu reden wird gelogen,
wie schön doch alles sei.
Die Wahrheit wird zurecht gebogen
aus Lügen schwer wie Blei.

Vielleicht jedoch ist dies Gedicht
ein wenig übertrieben?
Doch wem es aus dem Herzen spricht,
dem hab ich‘s aufgeschrieben.

Die Lösung kann so einfach sein,
nicht nur zur Weihnachtszeit:
Bewahrt nicht nur den schönen Schein,
begrabt Familienstreit.

Wenn jeder sagt, was er auch denkt
und hört, was andre sagen,
wird jeder von uns reich beschenkt
nicht nur an Weihnachtstagen.

© Birgit Kordelle Dezember 2017

Gerüchte

Gerüchte können schnell entsteh’n.
Sie wachsen und gedeihen schön.
Sie werden wohlgenährt und rund,
tut jemand etwas Neues kund.
Da wird geflüstert und getuschelt,
ob Maier mit der Lehmann kuschelt.

Da wird gemutmaßt und geraunt,
dass der Betroff’ne manchmal staunt,
wie blühend Fantasie doch ist.
Es wird geglaubt der größte Mist.
Hauptsache, es ist interessant.
So wird man ganz schnell stadtbekannt.

Die Leute wollen es nicht sehen,
wenn sich zwei Menschen gut verstehen.
Sie wollen nur das seh’n, was sie denken,
tun sich dafür den Hals verrenken.
Und was sie nicht zu sehen kriegen,
wird „Wahrheit“, dass die Fetzen fliegen.

Da blüht sie auf die Fantasie
Und jeder sagt, er lüge nie!
Ein jeder macht etwas dazu.
Der schönste Klatsch entsteht im Nu.
Nur der Betroffne merkt zuletzt,
dass man sich längst das Maul zerfetzt.

Das bisschen Wahrheit, dass enthalten.
Das könnt’ man auch für sich behalten.
Doch wer will schon die Wahrheit hören?
Man möchte sich doch gern empören!
Drum zieht man alles durch den Dreck,
denn da hört sicher keiner weg!

Schon ist der größte Tratsch entfacht.
Wohl dem, der nur darüber lacht,
weil er die Wahrheit kennt allein.
Jedoch, die interessiert kein Schwein!!!

(c)Januar 2007 Birgit Kordelle

Manchmal

Manchmal scheint es leichter zu sein
die Augen vor der Pflicht zu verschließen,
anstatt mit Geduld und ohne Pein
die Früchte der Pflicht zu genießen.

Manchmal scheint es leichter zu sein
mit geschlossenen Augen durchs Leben zu gehen.
Als schonungslos und mitten hinein
in die hässliche Fratze der Wahrheit zu sehen.

Manchmal scheint es leichter zu sein
die Dinge einfach laufen zu lassen,
als Stück für Stück vielleicht auch allein
zu helfen und mit an zu fassen.

Manchmal scheint es leichter zu sein,
in Lügen die Wahrheit zu sehen,
anstatt den Dingen mitten hinein
auf den Grund der Erkenntnis zu gehen.

Es gibt viele Wege. Die einen sind leicht,
die anderen wesentlich schwerer.
Was liegt noch vor Dir? Was hast Du erreicht?
das Leben ist dabei Dein Lehrer.

Entscheiden musst du, was Dir wichtig ist!
Nur Du allein kannst es spüren!
So wirst Du sehen, wer Du bist
und wohin Dich der Weg wird führen.

Geh Deinen Weg, wohin er auch führt.
Lass Dich nicht täuschen und blenden.
Find‘ eine Seele, die Dich berührt.
Und lass Deinen Weg bei ihr enden.

(c)Januar 2014 Birgit Kordelle